Vier Fragen zu Fintech 2017: Entwicklung, RoboAdvice, Regulierung, Brexit & Trump

bussinessman hand pointing fintech text for 2017. targets  conceVorbemerkung: Die Fragen wurden gestellt von Newskontor und von mir als Business Developer für Sutor Bank beantwortet:

(1) Die Bedeutung welcher Fintech-(Produkt-) Entwicklungen wird Ihrer Meinung nach 2017 steigen? Wo gibt es überhaupt noch Marktmöglichkeiten für Fintechs aus Ihrer Sicht?

Welche Produkte oder Geschäftsmodelle 2017 in ihrer Bedeutung steigen werden, ist schwierig zu prognostizieren. Aber auf welchen Technologien oder Konzepten sie basieren, lässt sich schon absehen (und damit ergeben sich auch die Marktmöglichkeiten für Fintechs): Bedeutende Fintech-Innovationen werden wir in den Bereichen Blockchain und KI sehen. Die exponentielle Entwicklung in der KI wird die natürliche Sprache zur bevorzugten Nutzerschnittstelle der Zukunft machen: Und zwar in geschriebener Form via Chat-Bots ebenso wie gesprochen über neue Endgeräte wie Amazon Echo oder Google Home. Die ersten konkreten Fintech-Anwendungen standen bei den diversen Hackathons der Branche schon im Fokus der Entwickler.

2017 werden wir immer mehr Nicht-Fintechs und Nicht-Banken sehen, die in der Finanzindustrie mitspielen und die digitale Entwicklung vorantreiben. Plattform-, Industrie- oder Energieunternehmen nutzen Fintech zunehmend, um Finanz- oder Banking-Funktionen in ihre Systeme zu integrieren. Banking wird so zum unsichtbaren Hintergrundprozess (Invisible Banking).

Mit Blick auf die traditionellen Fintech-Felder werden wir erleben, dass sich deren Modelle, etwa Robo Advising, Peer-to-Peer-Lending, Peer-to-Peer-Payment oder Mobile Payment, auf breiter Front durchsetzen werden, sich der Markt aber auch stark konsolidieren wird. Die Gewinner werden zum Teil die Banken selbst, zum Teil die großen Technologieunternehmen, zum Teil starke Startups sein, die dann eventuell selbst Banklizenzen haben werden, wenn es das Geschäftsmodell erfordert. Fintech-Startups, die sich auf diesen Feldern noch etablieren möchten, müssen sich schon sehr anstrengen, um hier noch alleinstellende und wertschöpfende Differenzierungsmerkmale zu entwickeln

(2) Wie müssen Robo Advisors aufgestellt sein, um den zunehmenden Unsicherheiten an den Märkten erfolgreich zu begegnen?

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Fintech-Trend 2017: Context Banking

Vorbemerkung: Diese Artikel ist eine bearbeitete Version des Artikels “Polymorphes Banking”, der zuerst auf  IT-Finanzmagazin.de erschienen ist.

Wenn es einen Fintech-Trend 2017 geben wird, für den man wenig Vorhersagekraft benötigt, dann ist es Context Banking. Context Banking diffundiert durch die Unternehmensgrenzen der Banken hindurch und bettet sich in die Handels- und Produktionskontexte von Menschen und Unternehmen ein. Es tritt in vielfältiger Gestalt als Embedded Banking, als Invisible Banking, als Microservice Banking oder in anderen Formen auf, die wir die wir noch nicht absehen können, ab. Getrieben wird Context Banking durch die Technologiekonzepte Blockchain, KI und API.

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Sutor Bank repräsentiert Investitions- und Fintech-Standort Hamburg

Sutor Bank durfte heute ihre Fintech-Strategie und die Kooperation mit Deposit Solutions/Zinspilot Journalistinnen und Journalisten aus den USA und Groß Britannien präsentieren. Sie waren von  Germany Trade and Invest zu einer Pressereise eingeladen, die sie auch nach Berlin und München führte.

Den Tag in der Hansestadt hatte Hamburg Marketing, die Standort-Marketing-Agentur der Stadt Hamburg, organisiert und ihn unter das Motto Fintech gestellt. Nach Stationen im Betahaus und beim Vorzeige-Fintech Figo sollte der Besuch bei Sutor Bank den Journalisten das funktionierende Miteinander von Jung- und Traditionsunternehmen demonstrieren.

Im rund zweistündigen Meeting stellten Sutor Bank und Deposit Solutions ihre Unternehmen vor, um dann die Kooperation als Win-Win-Situation zu erläutern. Während und nach den Vorträgen entstanden lebhafte Diskussionen über Fintech in Deutschland und Hamburg im Allgemeinen und den Strategien von Deposit Solutions im Besonderen.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass die Stadt Hamburg Sutor Bank auswählt, um den Wirtschafts- und Investitionsstandort vor internationalen Journalisten zu repräsentieren. Das zeigt, dass  sich unsere Sichtbarkeit in Hamburg und darüber hinaus durch die Fintech-Strategie wesentlich erhöht hat“, erklärt Robert Freitag.

 

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Mit Sponsor Sutor Bank auf der Fintech Week in Hamburg

Die Sutor Bank gehört zu den Fintech-Akteuren der ersten Stunde und hat als eine der ersten Banken überhaupt Fintech-Veranstaltungen aktiv durch Sponsoring unterstützt. Natürlich gehörten das Haus auch jetzt zu den Unterstützern des ersten Fintech Week in Hamburg und des Bankathon, der im Rahmen der Fintech Week statt fand.

Der Bankathon, ein Programmierwettbewerb für die Entwickler von Finanzanwendungen, gehört bereits jetzt zu den Traditionsveranstaltungen der jungen Fintech-Branche. Mit dem vom Hamburger Startup Figo organisierten IT-Treffen ging es in diesem Jahr in die dritte Runde. Die Sutor Bank ist bereits seit dem ersten Bankathon mit Mitarbeitern und als Sponsor beteiligt.

Dabei sieht die Sutor Bank ihr Sponsoring nicht als reines Marketing-Investment, sondern gleichzeitig als Innovationsscouting – während der 48 Stunden des Bankathon werden Anwendungen prototypisch entwickelt, aus denen die nächste Generation einsatzreifer Fintech-Anwendungen entstehen. Trends des Bankathon mit den Schwerpunktthemen PSD2 und XS2A (Access to Account) waren Apps, die die schriftliche oder mündliche Kommunikation direkt mit Bankkonten erlaubt. Aber auch eine gamifizierte Anlage-App, die Pokémon GO für die Investment-Welt adaptiert, und eine Beratungs-Software, die Anleger anhand ihrer Verhaltensmuster analysiert, statt sie nach ihren Anlage-Zielen zu fragen, gehörten zu den neu entwickelten und in Live-Demos präsentierten Anwendungen. Gewinner des Bankathon war eine App, die Kredite in Echtzeit am digitalen Point of Sale vergibt, ohne dass der E-Commerce-Betreiber die Software extra in seinen Shop integrieren muss.

Als Sponsor der gesamten Fintech Week Hamburg war die Sutor Bank auch auf weiteren Konferenzen und Veranstaltungen präsent und aktiv. Dazu gehörten die Vorträge rund um den Themenkomplex Blockchain und die Pitch-Session Code Rouge ebenso wie Management-Konferenzen zur Prozess-Digitalisierung und Branchenentwicklung. Einer der Höhepunkte der Fintech-Week war die Fuckup Night, auf der Hamburger Gründer ihre Fehlschläge präsentieren durften und dem Publikum fundierte Ratschläge gaben, wie sie ihre eigenen Startups besser nach vorne bringen.

Komplettiert wurde die Fintech-Week durch einen Karriere-Tag und das Finanzbarcamp, auf dem Experten über das Banking der Zukunft diskutierten.

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Digitalisierung bei Sutor Bank – Bedeutung, Treiber, Impact

Die folgenden Fragen und Antworten sind im Rahmen der Vorbereitung für ein Roundtable-Gespräch für die Zeitschrift die Bank entstanden. Der Artikel zum tatsächlichen Roundtable erscheint voraussichtlich in der Oktober-Ausgabe.

Was versteht Sutor Bank unter Digitalisierung und was bedeutet sie konkret für das Haus?

Digitalisierung bedeutet für uns zuallererst eine kundenorientierte Einstellung: Wir wollen unsere Kundenbeziehungen so gestalten, wie sie die Digital Natives, die in nicht allzu ferner Zukunft die Mehrheit der Kunden bilden werden, erwarten – ohne allerdings unsere bestehenden Kunden ohne digitale Sozialisierung, für die wir als traditionelle Privatbank in größerer Zahl arbeiten dürfen, vor den Kopf zu stoßen.

Organisatorisch bedeutet Digitalisierung, dass wir jeden neuen und bestehenden Prozess auf seine Digitalisierungsfähigkeit überprüfen. Das ist an dieser Stelle nicht technisch gemeint. Wir wissen, dass ein voll durchdigitalisierter Prozess theoretisch vollautomatisch und in Echtzeit ablaufen kann. Organisatorische Digitalisierung heißt in diesem Kontext, dass wir die Prozesse vor dem Hintergrund der existierenden Regulierung so gestalten, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung maximal genutzt werden können; das gilt z. B. für Kundenlegitimierungsprozesse genauso wie für die Beschaffung von Wertpapieren.

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Aus der Praxis: Erfolgreiche Kooperationen von Banken und Fintechs – worauf es ankommt

Vorbemerkung: Dieser Artikel ist für das Fintech-Dossier von Hamburg Startups entstanden und dort zuerst erschienen.

Ein Beitrag über Kooperationen von Banken und Fintechs sollte mit der zentralen Frage beginnen: Warum arbeiten Fintechs mit Banken überhaupt zusammen, wenn sie ihnen doch angeblich Konkurrenz machen sollen? Die erste und einfache Antwort lautet: Weil sie es in den allermeisten Fällen müssen, wollen sie nicht selbst eine Banklizenz beantragen –  was für eine Neugründung, die nicht vom Start weg mit mehreren Millionen Euro finanziert ist, kaum möglich ist.

Fintechs sind zu Kooperationen mit Banken gezwungen, weil in ihren Geschäftsmodellen regelmäßig Elemente auftauchen, für die eine Banklizenz notwendig ist: der Betrieb von Konten und Depots, die Durchführung von Zahlungen, der An- und Verkauf von Wertpapieren, die Vergabe von Krediten, die Verwaltung von Geldern etc. Um Fintech- Startups genau diese Geschäftsmodell-Elemente zur Verfügung zu stellen, haben wir die Startup-Plattform entwickelt. Die Startup-Plattform ist ein Bundle aus IT-Systemen, Schnittstellen, Prozessen und Services, mit denen Fintechs in einer partnerschaftlichen Kooperation ihre Geschäftsmodelle umsetzen können.

Die ersten Gespräche mit Fintech-Startups haben wir bereits geführt, als der Begriff Fintech gerade begann, in den engsten Vordenkerkreisen zu kursieren. Seitdem sind  einige hundert Gespräche mit Gründern oder Gründungswilligen geführt worden. Daraus sind bislang drei enge Kooperationen – unter anderem mit den Vorzeige-Fintechs Zinspilot/Deposit Solutions und Fairr.de – entstanden. Weitere Startups nutzen Sutors API-Konten für ihre integrierten Zahlungsprozesse. Fünf weitere Kooperationen werden aller Voraussicht in diesem Jahr an den Start gehen.

Sutors kooperativer Ansatz sieht vor, dass Startups keine Vorabinvestitionen für die notwendigen technischen, organisatorischen und regulativen Entwicklungen auf Bankenseite leisten müssen. Wenn wir kooperieren, dann auf der Basis eines gemeinsamen Geschäftsmodells, das sich für beide Seiten erst im Erfolgsfall auszahlt, etwa über ein Revenue-Sharing. In der Praxis bedeutet dies, dass Sutor Aufwände in gut sechsstelliger Höhe in eine Partnerschaft investiert. Deshalb wollen wir, hier ähnlich wie ein VC denkend, in Startups investieren, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu den Gewinnern gehören. Genauso sorgfältig, wie wir unsere Partner aussuchen, sollten Fintechs umgekehrt ihre notwendigen Bankenpartner aussuchen.

In den folgenden Abschnitten beschreiben wir, welche (gelernten) Kriterien wir bei der Identifizierung von Kooperations-geeigneten Fintechs anlegen, und umgekehrt, auf was Startups bei der Auswahl ihrer Bankenpartner achten sollten.

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Vier Gedanken zu Fintech und Brexit

Was bedeutet der Brexit für Fintechs und Fintech im Allgemeinen? (Immerbrexit_113305240_S_300 unter der Voraussetzung, dass der Brexit mit allen Konsequenzen vollzogen wird, UK nicht mehr Teil des  EU-Binnenmarktes ist und die Regulierungen auseinanderlaufen werden).

  1. Der Brexit ist für Fintech-Europa ein herber Rückschlag: Der Markt für EU- und UK-Fintechs, den sie mit einer einheitlichen Regulierung bedienen können, wird viel kleiner (EU) bzw. sehr viel kleiner (UK) – der Skalierungs-Startnachteil gegenüber Fintechs, die in großen, einheitlich regulierten Märkten wachsen, vor allem USA und China, vergrößert sich.
  2. London als Fintech-Standort mit geschäftsfreundlicher Regulierung, von dem aus EU-Europa erobert werden kann, gibt es nicht mehr – einen Standort mit der gleichen Kombination von Startup-, Investitions- und Finanz-Kultur gibt es in EU-Europa nicht. Andere EU-Standorte werden profitieren, aber es wird nicht DEN London-Ersatz geben (auch Frankfurt oder Berlin können diese Rolle nicht übernehmen).
  3. Deutsche und andere EU-Fintechs, die bisher mit UK-Banken zusammengearbeitet haben, benötigen einen neuen EU-Bankenpartner, um innerhalb der EU passporten zu können. UK-Fintechs, deren natürliche Bankenpartner bislang UK-Banken sind, müssen sich ebenfalls EU-Banken als Partner suchen, um in Kontinentaleuropa aktiv zu werden. Wer in beiden Märkten aktiv sein möchte, benötigt zwei Bankenpartner (oder Banken, die in der EU und in Großbritannien voll regulierte Niederlassungen unterhalten). Auf jeden Fall wird das Fintech-Geschäft über alle Bereiche hinweg komplizierter, komplexer und vor allen Dingen teurer.
  4. Die USA werden für die EU-Fintechs im Vergleich mit Großbritannien der langfristig interessantere Markt. Wenn für UK nicht mehr die einheitliche europäische Regulierung gilt, kann man mit ähnlichem Aufwand gleich den Schritt über den großen Teich in den viel größeren US-Markt wagen (falls das betreffende Fintech nicht das Copy Cat eines US-Geschäftsmodells ist). Für UK-Startups gilt dies umgekehrt noch stärker, weil sie sprachlich-kulturell ohnehin US-näher sind.

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Sutor Bank to provide banking-as-a-service solution to fintech companies and digital businesses

Sutor Bank announces to enhance its offer for digital businesses such as fintech startups, marketplaces and platform companies with new banking APIs. With immediate effect, partner firms can now access Sutor Bank’s core banking system as well as its investment management software. This enables firms to offer a full range of banking processes to their own customers, including investing, lending and payments.

Via the new APIs, e-business companies such as marketplaces now have the opportunity to manage their payment processes in an automated and regulation-compliant manner.

The API offer makes Sutor Bank the first traditional bank to allow partner firms unrestricted access to its banking system.

Sutor Bank becomes “One Stop Shop” for digital businesses

Announcing the move, Sutor Bank’s owner and managing director Robert Freitag said: “With the Sutor start-up platform, Sutor Bank already gives fintech companies a head start by providing them with its technical, administrative and customer-specific know-how. With the new APIs Sutor Bank is becoming a one stop shop for all digital businesses.”

“In the future, firms will receive all banking services from Sutor Bank as their single source, allowing them to provide these services to their own customers.”

Sutor Bank is co-operating with the software provider PASS to enhance its API infrastructure. PASS delivers the API for the core banking system. The API for the investment platform was developed by Sutor Bank itself. This allows companies to integrate their mobile and web-based applications with Sutor Bank’s IT systems and use all of its banking processes. Several of the Bank’s current partners are already working with the new APIs. These include payment service providers, marketplaces, insurers and other fintech companies.

Individual solutions based on APIs

As well as offering white-label banking services, Sutor Bank also works with fintech firms on developing joint business models. “Our experience shows that APIs are not sufficient for co-operations since they solely represent the technical side of things,” said Robert Freitag. “In most cases we have to design a process to meet our clients‘ requirements as well as the regulatory once – even if it’s only a simple payment process at the first glance.”

“Sustainable business models have to comply with regulatory rules — today and in the future. Our experience shows that many business models fail not because of technical issues, but because of regulatory ones.”

Sutor startup platform: A track-record of successful startup co-operations

The Sutor startup platform has already helped several fintech companies with very diverse business models to enter the market successfully. Among them are fairr.de and Deposit Solutions, two of the most successful finance startups in Germany.

“Startups can focus entirely on the development of their business models, while Sutor takes care of all banking-specific processes,” explains Robert Freitag.

In addition, co-operating with a traditional private bank that meets the exacting rules of different regulatory bodies, firms are able to build trust among their customers and investors.

About Sutor Bank.

Sutor Bank is an owner-managed, independent private bank which was founded in 1921. It caters to both B2C and B2B businesses.

The B2C business originally consisted solely of a traditional wealth management department, which received awards for outstanding performance by n-tv and Focus Money seven years in a row, as well as a foundation management unit serving some of the oldest foundations in Germany.

The B2B business has been working for financial sales organizations since 1989. For these companies Sutor Bank provides product development, product administration, depot management and other banking services.

Since 2013 Sutor Bank has been working on the digitization of its business areas and is now pursuing a comprehensive fintech strategy: The bank has enhanced its B2C business with digital investment offerings and created the banking platform on the B2B side of things.

Sutor’s banking platform provides all the products, services and IT systems digital companies need from a licensed bank to start and run their own business models. All IT systems are equipped with APIs to facilitate an easy and quick access.

Currently, Sutor Bank is supporting digital companies from the areas of investing & saving, P2P lending, payment and neo banking. Among the partner firms are Zinspilot/ Deposit Solutions and fairr.de, two of Germany’s most successful fintech startups.

 

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Fintech des Jahres – Fairr.de gewinnt Publikumspreis, Gini überzeugt Jury

Ein mit 300 Fintechies überfüllter Raum und die #-Spitze bei den Twitter-Trends: Die Preisverleihung zum „Fintech des Jahres“ war so hip, wie die gesamte Branche “boomig”. Letztes war noch die Hamburger Sutor Bank der Gastgeber für die Preisfeierlichkeiten. Diesmal fand die Zeremonie im Rahmen des monatlich stattfindenden Fintech-Treffs „Between the Towers“, der sich zum zentralen Networking-Hub in Deutschland gemausert hat. Im nächsten Jahr müssen sich Preisorganisator André Bajorat und Veranstalter Main Incubator dann wieder nach neuen Räumen umschauen, um weiteren Fintech-Akteuren und -Beobachtern die Teilnahme zu ermöglichen.

Verleihung_fintech_des_jahres

Dr. Alexander Kihm, Co-Founder und CTO von Fairr.de, erhält von André Bajorat den Publikumspreis zum “Fintech des Jahres”

 

Altersvorsorge und intelligente Spracherkennung in Echtzeit waren die Gewinner-Themen der Fintechs des Jahres. Den Publikumspreis gewann sehr eindeutig das Berliner Startup Fairr.de, das mit den eigentlich „langweiligen“ Produkten Riester- und Rürup-Sparplänen die Altersvorsorge-Branche umkrempelt. „Wir haben unsere Kunden, Freunde und Partner auch sehr genervt, dass sie für uns abstimmen“, gab CTO und Co-Founder Dr. Alexander Kihm zu, der das Publikum nach der Preisübergabe mit einem überaus unterhaltsamen Pitch belustigte.

Den Jury-Preis gewann das Technologie-Startup Gini, das Banken eine echtzeitfähige, sprachverstehende Software bietet. Über Gini-Schnittstellen können Bankkunden Rechnungen abfotografieren, ins Bankportal hochladen und nach entsprechender Autorisierung automatisch begleichen lassen. Ausgezeichnet wurde das Münchener Startup nicht nur für seine technische Innovation, sondern vor allem auch für sein erfolgreiches Geschäftsmodell, das es nach einem „eindrucksvollen Pivot“ (Jury-Erklärung) verfolgt. Gestartet als B2C-Company, positioniert sich Gini jetzt als B2B-Partner von Banken und steckt bereits im Angebot einer ganzen Reihe der wichtigsten Institute. Den zweiten Platz belegte das Zinsportal Weltsparen, das unter anderem ausgezeichnet wurde, weil es ein originär eigenes Geschäftsmodell ohne kopierenden Blick in die USA entwickelt hat. Number26 platzierte sich durch seinen herausragenden Kundenerfolg auf dem Jury-Platz drei.

Auch wenn die Preisverleihung von Hamburg nach Frankfurt gewandert ist und kein Hamburger Startup unter den prämierten war, hatte das Fintech-Gipfeltreffen reichlich hanseatische Elemente: Organisator André Bajorat sitzt mit seinem Banking-API-Startup Figo in Hamburg, der Publikumspreisgewinner Fairr.de bietet seine Produkte in Zusammenarbeit mit der Sutor Bank an und in der Jury saßen unter anderen die Hamburger Fintech-Experten Ramin Nibkin, Head of Exec I/O, eine der wichtigsten Fintech-Konferenzen in Europa, und Sebastian Diemer, Ex-CEO des 2015er-Fintech-des-Jahres Kreditech.

 

Fazit: „Machen wir wieder“, so André Bajorat. Eine positivere Bilanz kann man nicht ziehen.

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Robo Advice – ein Fintech-Geschäftsmodell auf dem Siegeszug?

In der Ende 2015 erschienenen zweiten Auflage des Aufsatzbandes “Finanzdienstleister der nächsten Generation” ist ein größerer Beitrag von mir zum Thema Robo-Advising erschienen. Die Einleitung ist hier nachzulesen, den gesamte Text kann man hier herunterladen:Robo Advice – ein Fintech-Geschäftsmodell auf dem Siegeszug?. Das komplette Buch gibt es im gut sortierten Buchhandel und Online.

Robo Advice – Eine Annäherung

Robo Advisors sind Finanzdienstleister der nächsten Generation par excellence. Sie haben den Anspruch, Vermögensberater und -verwalter aus Fleisch und Blut zu ersetzen. Ihr grundsätzliches, individuell variiertes Kundenversprechen: durch die intelligente Automatisierung von Beratungsprozessen  Anlagestrategien für jedermann umsetzbar machen, die bisher nur Reichen bis Superreichen offenstanden; zu Kosten und ab Anlagesummen, die weit unter denen von Privatbanken oder Vermögensverwaltern liegen. Dabei greift der Begriff Robo Advice im Sinne von automatisierter Beratung eigentlich zu kurz: Zum Standardmodell des Robo-Advice-Startups gehört nicht nur die Beratung, sondern auch der Anlageprozess, der je nach technischer Reife ebenfalls mehr oder weniger automatisiert ist.

In Deutschland startete der erste Robo Advisor Yavalu in 2012. Bereits 2013 wurde Yavalu, der zunächst ein reiner Berater war, an FinanceScout 24 verkauft. 2013 starteten die Sutor Bank und Quirin Bank (Quirion) Robo-Advice-Angebote, 2014 folgten Vaamo, Easyfolio und Cashboard. Inzwischen ist der Markt unübersichtlich geworden und neue Robo Advisors poppen im Wochentakt hoch. Für alle diese Angebote gilt: Keines konnte den Erfolg der  Vorbilder aus den USA, wo das Robo Advising „erfunden“ wurde, nur annähernd wiederholen; weder gemessen am verwalteten Vermögen (Asset under Management = AuM) noch am  eingesammelten Risikokapital.

Weltweit gesehen befindet sich der Robo-Advice-Markt in einer widersprüchlichen Situation: Vor allem in den USA und in Großbritannien gelingt es den Fintech-Startups, viele Anleger zu überzeugen. Von den 14 Milliarden Dollar, die Robo Advisors Ende 2014 verwaltet haben, sind 87 Prozent in der Obhut von US-Startups. Die erfolgreichsten von ihnen, vor allem die US-Vorreiter Betterment und Wealthfront, haben die Milliarde AuM überschritten. Noch erfolgreicher sind sie beim Einsammeln von Wagniskapital: Betterment und Wealthfront sind jeweils mit über Hundert Millionen Euro finanziert und auf dem besten Wege, Unicorns mit Bewertungen jenseits der Milliarden zu werden. Ihr UK-Pendant Nutmeg ist inzwischen auch mit über 30 Millionen Euro finanziert.

In nicht-angelsächsischen Ländern sind die Robo-Advice-Startups weit weniger erfolgreich. Ihr verwaltetes Vermögen wächst langsamer und Investoren in Deutschland sind sehr viel zurückhaltender. Nur zwei oder drei Robo Advisors verwalten bereits Vermögen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich (offizielle Zahlen gibt es hier wenige). Für Neugründungen ist die Suche nach Startkapital schwierig. Einige Wagniskapital-Geber investieren, obwohl grundsätzlich auf Fintech konzentriert, gar nicht mehr in Online-Beratungsgeschäftsmodelle.

Die niedrigen Wachstumsraten speziell der deutschen Robo Advisors sind zu einem großen Teil der speziellen deutschen Mentalität geschuldet, bei der Geldanlage möglichst ein (vermeintliches) Nullrisiko einzugehen und sich von Aktien generell ganz fernzuhalten. Hier müssen Startups also doppelte Überzeugungsarbeit leisten: für die Kapitalmarkt-Anlage im Allgemeinen und automatisierte Web-Anlageberatung im Besonderen.

Die Zurückhaltung der Investoren ist nicht nur mit der mangelnden „Traction“ zu begründen. Verantwortlich dafür sind vor allem drei Geschäftsmodell-Gründe:

-        Robo Advisors nach den heute vorherrschenden Geschäftsmodellen sind sehr einfach zu kopieren. In den USA sind mit Schwab und Vanguard bereits zwei Anlage-Riesen mit Hunderten von Milliarden Anlagevermögen in den Robo-Advice-Markt eingestiegen und machen den „Original-Startups“ mit teils kostenlosen Angeboten zu schaffen.

-        Vom Erfolg der US-Vorreiter Wealthfront und Betterment inspiriert, erfreuen sich Online-Berater bei Gründern wesentlich größerer Beliebtheit als bei den potenziellen Kunden. In Deutschland sind je nach Kategorisierung und Zählung 10 bis 12 mit ähnlichen Robo-Advice-Geschäftsmodellen unterwegs. Ein Investor berichtete kürzlich, dass er in einem halben Jahr 40 weitere Pitchdecks auf dem Schreibtisch gehabt habe. Der einstmals blaue Robo-Advice-Ozean ist inzwischen ein roter geworden, in dem Fintechs nicht nur etablierte Banken jagen, sondern auch untereinander in einem Markt konkurrieren, der trotz allem noch eine Nische ist.

-        Wealthfront und Betterment bieten ihre Services für eine AuM-Fee von unter 0,3 Prozent an. Die deutschen Robo-Advice-Angebote liegen zwischen 0,3 und unter ein Prozent (Fußnote:  Schweizer  Studie). Langfristig werden sich die Gebühren für den Kunden zumindest für Basisdienstleistungen gegen Null bewegen. Für Robo Advisors bedeutet dies, sie benötigen mehre hundert Milliarden Euro oder Dollar an AuM, um ein langfristig rentables Unternehmen aufzubauen.  Bei einer Verwaltungsgebühr von 0,25 Prozent AuM benötigen Robo Advisors 400 Milliarden AuM, um nur die Milliarden-Umsatz-Grenze zu knacken (zum Vergleich: Das führende Fintech im Bereich Peer-to-Peer-Kredite Lending Club hat allein im 1. Quartal 2015 einen Umsatz von 81 Milliarden Dollar erzielt).

-        Das wird nur wenigen Startups gelingen; und zwar nur denen, die mit entsprechendem Kapital ausgestattet sind, um einen aggressiven Wachstumskurs zu fahren, oder denen, die bereits einen Zugang zu Kundengruppen haben. Deshalb entstehen gerade in Deutschland zurzeit einige Robo Advisors in den Umgebungen Family Offices, Vermögensverwalter und Banken. Für Investoren auf der Jagd nach Unicorns bedeutet dies, dass nicht klar ist, ob sich überhaupt unabhängige Robo Advisors durchsetzen. Zumindest in Deutschland gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Banken oder andere traditionelle Finanzdienstleister mit gefüllten Kassen und einfachem Kundenzugang die Oberhand behalten (wenn sie sich denn dazu entschließen können, mit einfachen, kostengünstigen und transparenten Angeboten sich selbst zu kannibalisieren).

Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Robo-Advice-Angebote eine der Anlageformen der Zukunft sind. In einigen Ländern in der näheren, in anderen in der ferneren Zukunft. Trotzdem ist das noch junge Geschäftsmodell schon unter Druck. Die Frage, die jetzt zu beantworten ist, lautet, wohin entwickelt sich das Robo Advising unter diesem Druck?

Robo Advisors sind Finanzdienstleister der nächsten Generation par excellence. Sie haben den Anspruch, Vermögensberater und -verwalter aus Fleisch und Blut zu ersetzen. Ihr grundsätzliches, individuell variiertes Kundenversprechen: durch die intelligente Automatisierung von Beratungsprozessen  Anlagestrategien für jedermann umsetzbar machen, die bisher nur Reichen bis Superreichen offenstanden; zu Kosten und ab Anlagesummen, die weit unter denen von Privatbanken oder Vermögensverwaltern liegen. Dabei greift der Begriff Robo Advice im Sinne von automatisierter Beratung eigentlich zu kurz: Zum Standardmodell des Robo-Advice-Startups gehört nicht nur die Beratung, sondern auch der Anlageprozess, der je nach technischer Reife ebenfalls mehr oder weniger automatisiert ist.

In Deutschland startete der erste Robo Advisor Yavalu in 2012. Bereits 2013 wurde Yavalu, der zunächst ein reiner Berater war, an FinanceScout 24 verkauft. 2013 starteten die Sutor Bank und Quirin Bank (Quirion) Robo-Advice-Angebote, 2014 folgten Vaamo, Easyfolio und Cashboard. Inzwischen ist der Markt unübersichtlich geworden und neue Robo Advisors poppen im Wochentakt hoch. Für alle diese Angebote gilt: Keines konnte den Erfolg der  Vorbilder aus den USA, wo das Robo Advising „erfunden“ wurde, nur annähernd wiederholen; weder gemessen am verwalteten Vermögen (Asset under Management = AuM) noch am  eingesammelten Risikokapital.

Weltweit gesehen befindet sich der Robo-Advice-Markt in einer widersprüchlichen Situation: Vor allem in den USA und in Großbritannien gelingt es den Fintech-Startups, viele Anleger zu überzeugen. Von den 14 Milliarden Dollar, die Robo Advisors Ende 2014 verwaltet haben, sind 87 Prozent in der Obhut von US-Startups. Die erfolgreichsten von ihnen, vor allem die US-Vorreiter Betterment und Wealthfront, haben die Milliarde AuM überschritten. Noch erfolgreicher sind sie beim Einsammeln von Wagniskapital: Betterment und Wealthfront sind jeweils mit über Hundert Millionen Euro finanziert und auf dem besten Wege, Unicorns mit Bewertungen jenseits der Milliarden zu werden. Ihr UK-Pendant Nutmeg ist inzwischen auch mit über 30 Millionen Euro finanziert.

In nicht-angelsächsischen Ländern sind die Robo-Advice-Startups weit weniger erfolgreich. Ihr verwaltetes Vermögen wächst langsamer und Investoren in Deutschland sind sehr viel zurückhaltender. Nur zwei oder drei Robo Advisors verwalten bereits Vermögen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich (offizielle Zahlen gibt es hier wenige). Für Neugründungen ist die Suche nach Startkapital schwierig. Einige Wagniskapital-Geber investieren, obwohl grundsätzlich auf Fintech konzentriert, gar nicht mehr in Online-Beratungsgeschäftsmodelle.

Die niedrigen Wachstumsraten speziell der deutschen Robo Advisors sind zu einem großen Teil der speziellen deutschen Mentalität geschuldet, bei der Geldanlage möglichst ein (vermeintliches) Nullrisiko einzugehen und sich von Aktien generell ganz fernzuhalten. Hier müssen Startups also doppelte Überzeugungsarbeit leisten: für die Kapitalmarkt-Anlage im Allgemeinen und automatisierte Web-Anlageberatung im Besonderen.

Die Zurückhaltung der Investoren ist nicht nur mit der mangelnden „Traction“ zu begründen. Verantwortlich dafür sind vor allem drei Geschäftsmodell-Gründe:

-        Robo Advisors nach den heute vorherrschenden Geschäftsmodellen sind sehr einfach zu kopieren. In den USA sind mit Schwab und Vanguard bereits zwei Anlage-Riesen mit Hunderten von Milliarden Anlagevermögen in den Robo-Advice-Markt eingestiegen und machen den „Original-Startups“ mit teils kostenlosen Angeboten zu schaffen.

-        Vom Erfolg der US-Vorreiter Wealthfront und Betterment inspiriert, erfreuen sich Online-Berater bei Gründern wesentlich größerer Beliebtheit als bei den potenziellen Kunden. In Deutschland sind je nach Kategorisierung und Zählung 10 bis 12 mit ähnlichen Robo-Advice-Geschäftsmodellen unterwegs. Ein Investor berichtete kürzlich, dass er in einem halben Jahr 40 weitere Pitchdecks auf dem Schreibtisch gehabt habe. Der einstmals blaue Robo-Advice-Ozean ist inzwischen ein roter geworden, in dem Fintechs nicht nur etablierte Banken jagen, sondern auch untereinander in einem Markt konkurrieren, der trotz allem noch eine Nische ist.

-        Wealthfront und Betterment bieten ihre Services für eine AuM-Fee von unter 0,3 Prozent an. Die deutschen Robo-Advice-Angebote liegen zwischen 0,3 und unter ein Prozent (Fußnote:  Schweizer  Studie). Langfristig werden sich die Gebühren für den Kunden zumindest für Basisdienstleistungen gegen Null bewegen. Für Robo Advisors bedeutet dies, sie benötigen mehre hundert Milliarden Euro oder Dollar an AuM, um ein langfristig rentables Unternehmen aufzubauen.  Bei einer Verwaltungsgebühr von 0,25 Prozent AuM benötigen Robo Advisors 400 Milliarden AuM, um nur die Milliarden-Umsatz-Grenze zu knacken (zum Vergleich: Das führende Fintech im Bereich Peer-to-Peer-Kredite Lending Club hat allein im 1. Quartal 2015 einen Umsatz von 81 Milliarden Dollar erzielt).

-        Das wird nur wenigen Startups gelingen; und zwar nur denen, die mit entsprechendem Kapital ausgestattet sind, um einen aggressiven Wachstumskurs zu fahren, oder denen, die bereits einen Zugang zu Kundengruppen haben. Deshalb entstehen gerade in Deutschland zurzeit einige Robo Advisors in den Umgebungen Family Offices, Vermögensverwalter und Banken. Für Investoren auf der Jagd nach Unicorns bedeutet dies, dass nicht klar ist, ob sich überhaupt unabhängige Robo Advisors durchsetzen. Zumindest in Deutschland gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Banken oder andere traditionelle Finanzdienstleister mit gefüllten Kassen und einfachem Kundenzugang die Oberhand behalten (wenn sie sich denn dazu entschließen können, mit einfachen, kostengünstigen und transparenten Angeboten sich selbst zu kannibalisieren).

Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass Robo-Advice-Angebote eine der Anlageformen der Zukunft sind. In einigen Ländern in der näheren, in anderen in der ferneren Zukunft. Trotzdem ist das noch junge Geschäftsmodell schon unter Druck. Die Frage, die jetzt zu beantworten ist, lautet, wohin entwickelt sich das Robo Advising unter diesem Druck?

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