Facebooks Stablecoin Libra mit Cryptos massentauglich

Vor drei Jahren hat die Sutor Bank gemeinsam mit einer eMobility-Plattform und einem Berliner Startup einen der ersten Stablecoins entwickelt, mit dem Elektroautobesitzer Strom an privaten Ladesäulen bezahlen konnten. Das Projekt war damals in mehrfacher Hinsicht seiner Zeit voraus.

Jetzt hat Facebook sein Whitepaper und eine Reihe weiterer Informationen über seinen Stablecoin Libra veröffentlicht: Nun  scheint die Zeit für einen massentauglichen Stablecoin gekommen zu sein.

Mit dem Token, dessen Wert an einen Währungskorb gebunden wird, sollen die 2,4 Milliarden Nutzer der Facebook-Plattformen – neben Facebook selbst auch WhatsApp und Instagram – sich gegenseitig Zahlungen zukommen lassen können. Gelingt es Facebook nach der Revolutionierung der privaten und öffentlichen Kommunikation nun auch, das globale Geldsystem zu revolutionieren?

Stablecoins: Crypto-Token mit stabilem Referenzwert  

Stablecoins basieren ähnlich den bekannten großen Crypto-Währungen wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie. Wie der Name nahelegt, sind sie an reale Währungswerte gekoppelt, an den Euro, an den Dollar oder etwa an Gold. Ein Stablecoin bietet also viele – allerdings längst nicht alle – Vorteile einer originären Crypto-Währung, ohne den Nachteil der wild schwankenden Werte, für die Bitcoin  und Konsorten bekannt sind. Die an stabile(re) Referenzen gekoppelten Token gelten als Schlüssel für die breite Anwendung Blockchain-basierender Zahlungen in verschiedenen Kontexten wie Handel, Logistik oder Industrie, wo sie etwa Machine-to-Machine-Payments ermöglichen sollen. Denn sowohl Menschen als auch Unternehmen können mit Zahlungsmitteln, deren Wert stark schwankt, nichts anfangen.

Es gib zwar auch heute schon Stablecoins, etwa den an den Dollar gebundenen Tether, und den „Stablecoin-Baukasten“ DAI, aber sie haben aus Technologie-, Vertrauens- und Regulierungsgründen noch nicht den Weg aus der Crypto-Nische herausgefunden.

Das Facebook-Libra-Projekt ist deshalb in Größe, Anspruch und Erfolgswahrscheinlichkeit wegweisend und verdient eine Betrachtung aus mehreren Perspektiven

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Ein Tag in Ballroom D – Die Essenz der SXSW erleben

Der Ballroom D ist der größte Saal des Convention Centers in Austin. Hier werden die nach Meinung der SXSW-Kuratoren wichtigsten Fragen der digitalen Welt verhandelt. Wer dabei zuhören möchte, muss sich in die epischsten Schlangen der Konferenz stellen. Die winden sich zum Teil über mehrere Etagen durchs gesamte Convention Center bis raus auf die Straße – und das Convention Center ist immerhin drei Blocks lang und zwei breit.

Ein beliebter SXSW-Hack ist deshalb, den Ballroom D nach einem initialen Schlangestehen zur ersten Session gar nicht mehr zu verlassen und sich alle folgenden auch anzuschauen, falls nicht eine der rund 20 parallelen Veranstaltungen durch ein zwingendes Thema zum Weiterziehen auffordert. In der Natur der Hauptbühne liegt, dass viele der interessantesten und prominentesten Sprecherinnen und Sprecher gerade dort auftreten. Möchte man ohnehin mehrere Sessions dort verfolgen, zwingen wartelogistische Gründen ohnehin dazu, im Raum zu bleiben: Denn man schafft es nicht, die Location für einen Talk zu wechseln und sich dann für die nächste Ballroom-D-Veranstaltung wieder einen sicheren Schlangenplatz zu sichern. Also verbringt man dann eben den gesamten SXSW-Tag hier; für Biopausen oder die Kaffeeversorgung gibt es dankenswerterweise den Bathroom Pass, der einem die Rückkehr ohne Schlange-stehen-Umweg erlaubt.

Für das investierte Sitzfleisch wird man mit einer Tour d’Horizon durch die digitalen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der späten Zehnerjahre belohnt, wie zum Beispiel am ersten Tag der SXSW 2019.

Zugehörigkeit und Resilenz

Den Beginn machte Brené Brown, forschende Psychologin, Erfolgsschriftstellerin und große Geschichtenerzählerin. Sie erläuterte, was Zugehörigkeit im guten und schlechten Sinne bedeutet, wie Zugehörigkeiten zu verschiedenen Gruppen überwunden werden können und wie man die Resilienz entwickelt, die von Zugehörigkeit unabhängig macht.

Paartherapie am Arbeitsplatz

Ähnlich emotional ging es mit der Paartherapeutin Esther Perel weiter: Sie beschäftigte sich mit der Frage, was man aus Paarbeziehungen für Arbeitsverhältnisse in Unternehmen lernen kann. Interessant dabei auch ihre Erkenntnis, dass an Partnerschaften heute ähnliche Performance-Erwartungen gestellt werden wie an Arbeitsverhältnisse und umgekehrt in Arbeitsverhältnissen das emotionale Wohlergehen eine immer größere Rolle spielt.

 Streaming für hochklassigen Kurz-Content

Erst nach diesen zwei Soft-Sessions stand das erste „echte“ SXSW-Thema auf der Agenda:  Meg Withman, ehemalige CEO von Ebay und Hewlett Packard, und Jeff Katzenberger, ehemaliger Disney-Manager und Mitgründer von Dreamworks (Shrek, Madagascar), stellten im Gespräch ihre Plattform Quibi für mobiles Streaming von Kurzinhalten vor. Mit „The Next Form of Storytelling” möchten die beiden ungleichen Partner – eine Hochzeit zwischen Hollywood und Silicon Valley – nichts weniger als eine neue Ära des Bild-Content-Streaming einläuten

Nicht offensichtliche Trends, die die Zukunft verändern

Rohit Bhargava begeisterte das Publikum mit sieben nicht offensichtlichen Trends, die die Zukunft 2019 verändern: Retro Trust, Muddled Masculanity, Innovation Envy, Artificial Influence, Enterprise Empathy, Robot Renaissance. Begeisternd waren nicht (nur) diese Trends, sondern der Vortrag an sich und die praktische Anleitung, wie man diese Trends aufspürt, die Bhargava wichtiger war als die Trends selbst.

Den letzten Ballroom-D-Vortrag – über innovative Werbeformen von den Gründern der Agentur Giant Spoon – musste der Autor dann doch ausfallen lassen, weil an anderer Stelle mit den Winklevoss-Brüdern zwei Ikonen der Krypto-Welt ihre Sicht über die Zukunft von Bitcoin und Blockchain darlegten.

Die Essenz der SXSW

Die wilde Themenabfolge, die man an einem Tag in Ballroom D erlebt, macht die Essenz der SXSW aus: Man gewinnt Einsichten aus überraschenden Richtungen, aus Vorträgen, die man sich sonst nicht anhören würde und die auch und gerade nicht im beruflichen Umfeld liegen (dafür gibt es die branchennahen Fachkonferenzen anderswo).  Was man auch lernt: Wie sich erstklassige Business-Vorträge anhören, dem Storytelling genauso verpflichtet wie der Vermittlung umsetzbarer Inhalte und nicht zuletzt der Unterhaltung.

Der SXSW-Tag 2 wird übrigens auch wieder ein Ballroom-D-Tag: Er beginnt mit Howard Schultz, ehemaliger CEO von Starbucks und wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidat 2020. Dann stellt Amy Webb ihre berühmten Emerging Tech Trends vor. Nach einem Medien-Talk zur Daily Show mit ihrem hochgeschätztem Moderator Trevor Noah, einer Keynote zu journalistischen Themen (Kara Swisher, Recode/New York Times,  Kathy Griffin, Comedian) und dem Vortrag des Bestseller Autors Neil Gaiman (Gods of America) wird es wieder hochpolitisch: Alexandria Ocasio-Cortez, linker Jungstar der Demokraten formuliert wahrscheinlich gewohnt scharf ihre nach eigener Einschätzung sozialistischen Ideen.

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Plattform, Kontext-Banking, Blockchain: Zur Fintech-Strategie der Sutor Bank

Fünf Jahre Fintech-Strategie: Bereits seit Herbst 2013 beschäftigt sich die Hamburger Sutor Bank mit digitalen Geschäftsmodellen in der Finanzbranche. Damit hat die mittelständische Hamburger Bank schon frühzeitig auf die technologischen Entwicklungen im Finanzbereich reagiert. Mit Erfolg: Durch die Kooperation mit aktuell 14 digitalen Partnern – darunter Fintech-Startups, digitale Plattformen sowie traditionelle Versicherungen und Banken – hat die Sutor Bank bis dato rund 150.000 neue Kunden gewonnen. Die Zahl der Kunden, die über dieses Segment kommen, entwickelt sich inzwischen mit einer hohen Dynamik und wächst mit rund 10 Prozent pro Monat. Die Sutor Bank hat von Anfang an die nötigen Voraussetzungen für das Umsetzen ihrer Fintech-Strategie geschaffen – und verfolgt diese auch weiterhin konsequent.

Plattform-Banking als Modell der Zukunft

Die gesamte Finanzindustrie befindet sich aktuell in einem durch Technologie-Innovationen beschleunigten Umbruch. Der derzeitige strategische Imperativ heißt: Bertreibe Plattform-Banking. Plattform-Banking bedeutet, mit Partnern auf einer gemeinsamen Plattform neue Geschäftsmodelle zu realisieren, Finanz-Angebote verschiedener Partner nach dem Vorbild Amazon auf einer Plattform zu bündeln oder Bank-Produkte auf Partner-Plattformen einzubetten. Auch große Häuser wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben inzwischen erklärt, dass sie mit ihren Unternehmen in das Plattform-Banking einsteigen werden.

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Blick in den Fintech-Maschinenraum zeigt Trends 2018/19 – Anfrage-Analyse

  • 3 Haupttrends für 2019: Etablierte Unternehmen steigen in Finanzmarkt ein, Konsolidierung bei den Fintechs, neue Startups im Blockchain-Umfeld
  • Blockchain-Krypto-Markt entwickelt sich trotz Rückschlägen
  • Über 2019 hinaus: Finanzlandschaft wird vielfältiger

Aus der Analyse der Anfragen, die wir als Anbieter einer Banking-Plattform fast täglich bekommen, lassen für sich rückblickend für 2018 und vorausschauend auf 2019 sind drei wesentlichen drei Fintech-Trends erkennen: Etablierte Unternehmen ohne Banklizenz – digitale Plattformen, E-Commerce-Unternehmen, Industrie-Unternehmen – bieten vermehrt Finanzprodukte an, der originäre Fintech-Markt wird reifer und konsolidiert weiter, neue Startups entstehen vor allem im Blockchain-Krypto-Bereich.

Die Sutor Bank als Anbieter einer Banking-Plattform, über die Nichtbanken Finanzprozesse in ihre Abläufe einbinden oder eigene Finanz-Geschäftsmodelle entwickeln können, erhält laufend Anfragen von etablierten Unternehmen und Startups. Eine Analyse der 2018 eingegangenen Anfragen bei der Sutor Bank zeigt die aktuellen Trends auf: Nach wie vor kommen Anfragen zwar vor allem aus den beiden Bereichen Anlage und Sparen sowie Payment und Banking – doch das Interesse aus dem Kredit- sowie dem Kryptobereich steigt stetig.

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Wenn GAFAs eine Bank denken. Tun sie es?

Mehr Text als Slides zum aktuellen Thema, was die GAFAs (Google, Apple, Facebook und Amazon) im Finanzbereich planen könnten und was eher nicht. Das Slidedeck gehört zu einem Vortrag gehalten am 13.9.2018 für die Zukunftswerkstatt Kreditinstitute.

Wenn GAFAs eine Bank denken. Denken Sie eine?

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Plattformisierung des Bankbetriebs, Vortragsslides

Zum Download die Slides zum Vortrag “Plattformisierung des Bankbetriebs”, gehalten am 20. September 2018, VÖB-Service Kongress; Rendezvous mit der Zukunft” – Fachkonferenz Digitalisierung.

Plattform-Banking: Die Plattformisierung des modernen Bankbetriebs

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Context banking, the eco-systems of banks, and embedded bank branding

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Context banking is a trend that has been observable for some time now: This means that financial services are becoming more and more embedded in the life and business process contexts of people and companies. Google and Apple’s payment services are the latest examples of this trend. But mobile payments are only interim solutions: Payment is about to detach itself from all devices and become a background process for which neither a smartphone nor a credit card have to be used. The Amazon take-away shops, currently being developed in the US, which can simply be left with purchased goods “without” payment, are the innovative spearheads of payment applications here. German public transportation companies are working on ticket systems that automatically calculate and collect fares according to the automatically recognized route. Similar developments can also be observed for loans, accounts, deposits or securities transactions. Loans can be seamlessly integrated like an alternative payment method at the digital point of sale, the saving of money can be linked to everyday events, or accounts can be embedded in platforms or apps of non-banks, if the application cases make this useful.

APIs – the technical basis for context banking

The technical basis for context banking are APIs, software interfaces that allow digital banking processes to be integrated into any external technical system. With the API constraint imposed by the PSD2*, legislators have reinforced this trend and simultaneously regulated API usage by introducing access services subject to authorization. From the customer’s perspective, contextual banking means that access to financial products and

banking services are available exactly where and when the living and business context requires them – without a bank being physically or virtually present. From this perspective, banking moves from a first-level to a support process in the background.

Context banking with new partners: the eco-system

For banks, contextual banking means working with partner companies that are closer to their customers’ life and business contexts than the banks are. In part, the PSD2 is forcing these new forms of collaboration. But beyond this constraint, banks offer new strategic options if they accept contextual banking as a strong driver that will change customer behavior sustainably.

If banks manage to open up to context partners with an attractive offer of banking as a service, and if they also succeed in building a living eco-system from these context partners, new attractive competitive positions can be taken. If the context partners then benefit not only from the banking services, but can also expect to win more end customers through the partnership, the business model approaches that of a “real” platform in the platform-economic sense.  This could be achieved, for example, by making it easier or cheaper to use contextual banking services by belonging to a banking platform; digital POS loans, for example, can be paid out more quickly and have lower interest rates because the borrower is already known.

Context Banking and the Customer Interface

A frequent objection to a context banking strategy is the argument that the customer interface is lost. This is only partly true for financial services in particular and may not be so tragic for them.

In the context banking model, banks do not completely lose contact with the end customer. For regulatory reasons, they remain their contractual partners for the products or services requiring identification and legitimation. In other words, the current account, custody account or credit agreement is concluded with the bank and not with the context partner; a complete white labeling of the bank is not possible. This creates potential for the development of a strong “embedded banking branding”. In practice, it can already be observed today that non-bank partners in the eco-systems are also aware of the brand strength of the banking platform in the background in marketing. Even digital natives place different demands on banks than on their social networks or streaming services. Therefore, they are not indifferent to who executes the embedded financial processes in context banking.

Customer relationships remain and become more valuable

These customer relationships are particularly valuable in the financial service business. When entering into the first business relationship with a bank, the customer has gone through a more or less time-consuming onboarding process, which always includes legitimation in line with money laundering requirements and often also suitability and appropriateness tests for the selected financial product. Not only the bank, having onbooarded the customer, benefits from this customer, but also the entire ecosystem of partners, who can serve these customers now without having to repeat these processes.
Thus, the regulated company bank, which is a strategic driver and not a driven one, always remains the natural focus, the platform hub of its ecosystem. Banks should therefore have the courage to develop context banking strategies based on open banking systems and cooperation with partners who are close to life and business of their customers.

 

 *PSD2: The Payment Service Directive 2 is EU regulation that obliges banks, among other things, to offer interfaces to the current accounts of the customer. Customers can then permit other companies to read out account data or trigger payments via the interfaces. These companies require to possess a BAFIN license as account information service or payment initiation service.

 

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Context Payments – Distruptive Kräfte formen Zahlungsprozesse neu

Aus Fintech-Sicht ist der Payment-Markt einer der ältesten und mit Paypal hat er das vielleicht älteste Fintech überhaupt hervorgebracht. Wahrscheinlich sind hier auch bereits die meisten Fintech-Unicorns unterwegs, Klarna, Stripe, Ayden, um nur einige zu nennen. Und über nichts können Fintech-Nerds heißer debattieren als über das Schicksal von Paydirekt, dem Paypal-Klon der deutschen Kreditwirtschaft, und die bisher nicht stattgefundene, aber jetzt anstehende Ankunft von Apple Pay in Deutschland.

Wenn man aus diesem Rauschen etwas über die Zukunft des Payments herausfiltern möchte, müssen wir die tatsächlich disruptiven Kräfte herausfiltern; quasi die Basiswellen, aus denen das Rauschen besteht, analysieren.

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Die formenden Payment-Treiber

Vier formative, miteinander verwobene Kräfte oder Trends verändern aktuell das Payment:

  • Context und Background Banking
  • Blockchain und Cryptocurrencies
  • PSD2 in Europa
  • Internet of Things

Context und Background Banking

Banking im Allgemeinen und Payment im Besonderen betten sich immer weiter und tiefer in die Lebens- und Geschäftsprozess-Kontexte von Menschen und Unternehmen ein. Mobile Payment ist die zurzeit prävalenteste Ausprägung dieses Trends. Aber die Entwicklung geht schon jetzt darüber hinaus: Payment löst sich von den Devices und wird zum Hintergrundprozess, zu dem man weder das Smartphone noch die Kreditkarte zücken muss.

Der Amazon-Shop in Seattle, den man einfach mit seinen eingekauften Waren verlässt, oder die Hotels mit vollautomatisiertem Check-in und Check-out inkl. „unsichtbarer“ Erfassung der im Restaurant eingenommenen Speisen bilden hier die innovativen Use-Case-Speerspitzen

Blockchain- und Cryptocurrencies

Cryptocurrencies, allen voran Bitcoin, bilden ein neues Zahlungsmittel, das nicht nur frei von staatlichem Einfluss ist. Sie machen aus dem Werttransfer, der bislang von der zentralen Institution Bank überwacht und beglaubigt wurde, einen dezentral verteilten Prozess, der Werte direkt zwischen Sender und Empfänger transferiert.

Smart Contracts auf der Blockchain gehen einen Schritt weiter und betten die Zahlung in den Vollzug eines Vertrags (oder abstrakter: in den Ablauf einer verteilt laufenden Software) ein. Dabei können Werte in Form von Cryptocoins mit einem eigenen Wert oder als Token, deren Wert an eine Fiat-Währung gekoppelt ist, übertragen werden.

Internet of Things – Thing-to-Thing-Payments

Das Internet of Things bettet die Bezahlung in den automatisierten Ablauf von physischen Prozessen ein. Primär laufen Zahlungen hier direkt zwischen Dingen ab, etwa zwischen dem SmartHome und den Energielieferanten, zwischen Containern und ihren Transportern, zwischen Maschinen und ihren Bearbeitungsgegenständen. Der Zahlungsprozess wird nicht mehr auf der Basis von Rechnungen organisiert, sondern durch den direkten Austausch von Leistung und Geldwerten am Point of Performance.

PSD2 – Regulierte Offenheit

PSD2, vereinfacht gesehen als Recht von Dritten, Banking-Infrastruktur und -Daten über Schnittstellen zu nutzen, treibt als Innovations-Regulierung die Entwicklung intentional in Richtung Context-Banking und -Payment. Zahlungsauslösedienste können sich direkt an Konten koppeln und Transfers in Abhängigkeit von beliebigen Kontext-Triggern auslösen, ohne dass Kreditkarten bemüht oder Online-Banking-Accounts geöffnet werden müssen.

Um das Wirken dieser Trends weiter auseinander zu dividieren: Wir haben es mit einem übergreifenden Trend zu tun: Context Payments (innerhalb des globaleren Trends Context Banking). Blockchain und Crypocurrencies, IoT und PSD2 sind technologische und regulative Trends, die den Context-Trend treiben.

 Was bedeutet das für Banken?

Die geschilderten Entwicklungen finden nicht irgendwann in der Zukunft statt, sondern passieren gerade jetzt; Use Cases der oben geschilderten Art diskutieren wir in unseren Fintech-Projekten ständig. Und die Frage, was sie für Banken bedeuten, stellt sich drängend. Sie müssen entscheiden, in welcher Tiefe sie die „Payment Supply Chain“ beherrschen wollen oder inwiefern sie „nur“ die regulierte Infrastruktur-Plattform für die Payments der Zukunft bereitstellen wollen.

Die Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, wie weit die Regulierung Prozesse banken- oder zumindest erlaubnispflichtig macht. Vor allem im Blockchain-Cryptocurrency-Kontext ist da noch einiges offen (wo findet z. B. bei einem Smart Contract die Zahlung statt und wer benötigt eventuell eine Zahlungsdienstleister-Lizenz). Der Regulator kann die Banken durch eine strenge Regulierung schützen, indem er maximal viele Prozessschritte in die Obhut der Banken gibt. Aber zumindest in Europa geht die Regulierung mit der PSD2 eher in eine andere Richtung.

Mit Paydirekt haben die deutschen Banken versucht, ein Stück der Payment Supply Chain, die sie an Paypal und andere Zahlungsdienstleister verloren hat, wieder zurückzugewinnen, was ihnen bisher nicht recht gelungen ist. Und auch wenn die vertikale Integration von Wertschöpfungsketten in vielen Fällen ein Erfolgsfaktor ist, ist fraglich, ob dieser Versuch an sich nicht schon der falsche Weg ist.

Wahrscheinlich wäre es vielversprechender, „echte“ Banking-Plattformen zu bauen, die auf der einen Seite kontextuelle Payment-Frontends unterstützen, auf der anderen Seite Kunden vertrauensvolle Zugänge zu verschiedenen Zahlungsmethoden und -technologien bietet, also z. B. eine Kombination von Fiat-Konto und Cryptocurrencies-Wallet, die sich ans SmartHome, ans mobile Device, an den Car-Sharing-Anbieter oder an eine Blockchain anschließen lässt. Übertragen auf den Corporate-Bereich hieße das zum Beispiel, dass Banken die Infrastruktur für Machine-to-Machine-Payments bereitstellen.

Das bedeutet übrigens nicht, dass Banken damit zu „Dumb Pipes“ oder reinen Commodity-Anbietern werden müssen. Denn bei Zahlungsprozessen spielen Vertrauen und damit auch Markenkraft und Bekanntheit eine wesentliche Rolle. Im Gegenteil, schaffen es die Banken, sich in diesem Sinne zu Plattformen zu wandeln, sollten sie eine vielleicht andere, aber ebenso starke Stellung behalten wie bisher. Letzte offene Frage ist dann allerdings, wie viele Banking-Plattformen braucht dann die Welt …

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Gedanken zum Payment der Zukunft anlässlich des 50. Geburtstags des Geldautomatens

E-Commerce als Basis für Veränderung in Deutschland

Technologiegetriebene Startups im Finanzsektor (Fintechs) haben inzwischen viele Entwicklungen vorgestellt, die Bargeldzahlungen überflüssig machen und den Geldautomaten damit ihre Existenzgrundlage entziehen. In Deutschland sind für das Einmotten der Geräte allerdings noch nicht die neuen unbaren Zahlungsmöglichkeiten verantwortlich – denn die Deutschen lieben die Bargeldzahlung. Treiber sind vielmehr der wachsende E-Commerce, der die Zahlungsprozesse ins Internet verlegt, sowie die Möglichkeiten, sich auch an der Supermarktkasse mit Geld zu versorgen.

Vier treibende Kräfte bei Zahlungsprozessen

Vier formative, miteinander verwobene Kräfte oder Trends treiben aktuell die Zahlungsprozesse nicht nur weg von der Barzahlung, sondern in ganz andere Richtungen des digitalen, zum Teil unsichtbaren Austausches von Geld:

-      Kontext-Banking

-      Blockchain und Kryptowährungen

-      Internet der Dinge

-      PSD2 in Europa

Das Kontext-Banking ist dabei der übergeordnete Trend, der von den technologischen und regulativen Trends Blockchain und Kryptowährungen, Internet der Dinge sowie PSD2 getrieben werden.

Kontext-Banking

Banking im Allgemeinen und Zahlungen im Besonderen betten sich immer weiter und tiefer in die Lebens- und Geschäftsprozesse von Menschen und Unternehmen ein. Mobile Zahlungen mit dem Handy – in Europa schon weit verbreitet, in Deutschland kaum – sind die zurzeit sichtbarste Ausprägung dieses Trends. Aber die Entwicklung geht schon jetzt darüber hinaus: Zahlungen lösen sich von „Trägern“, seien dies Banknoten, Zahlungskarten oder mobile Geräte und werden zum Hintergrundprozess. Der Amazon-Shop in Seattle, den man einfach mit seinen eingekauften Waren verlässt, oder Hotels mit vollautomatisiertem Check-in und Check-out inklusive unsichtbarer Erfassung der im Restaurant eingenommenen Speisen, bilden hier die innovativen Speerspitzen.

Blockchain und Kryptowährungen

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, machen aus dem Werttransfer, der bislang von der zentralen Institution Bank überwacht und beglaubigt wurde, einen dezentral verteilten Prozess, der Werte direkt zwischen Sender und Empfänger transferiert. Smart Contracts auf der Blockchain gehen einen Schritt weiter und betten die Zahlung in den Vollzug eines Vertrags  ein. Dabei können Werte in Form von Kryptoeinheiten mit einem eigenen Wert oder als Token, deren Wert an eine reguläre Währung gekoppelt ist, übertragen werden.

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KI in der Geldanlage: Mehr Qualität in der Beratung, individuellere Strategien, niedrigere Kosten

Um die Künstliche Intelligenz (KI) ist ein mehrdimensionaler Wettlauf entbrannt. Nationen, vor allem USA, China und die EU, entwickeln um die KI-Dominanz. Unternehmen, allen voran die amerikanischen und chinesischen Tech-Firmen, investieren hohen Summe in intelligente Technologien. Angela Merkel kündigte kürzlich bei der Eröffnung der Hannover Messe eine deutsche und europäische KI-Initiative an.

Aus der Perspektive des Privat-Anlegers stellt sich hier die Frage, was kommt vom Potenzial der KI bei ihm an. Kann Computer-Intelligenz den Vermögensaufbau von Anlegern optimieren, und wenn ja wie und welcher Stelle?

Computer agieren nicht immer zum Wohl des Privat-Anlegers

In seinen Buch Flash Boys hat der US-Autor und Journalist Michael Lewis eindrücklich beschrieben, wie Privatanleger durch computergestützte Hochgeschwindigkeitsstrategien von professionellen Investoren grundsätzlich benachteiligt werden. Sie könnten ihr Geld erst dann anlegen, wenn die Flash-Händler bereits den Großteil der Rendite abgeschöpft hätten. Zuletzt im Februar 2018 wurden die Börsen von einem Flash-Crash erschüttert, einer Abwärtsspirale der Preise, die durch außer Kontrolle geratener Computer-Programme verursacht wurde, die sich gegenseitig in den Tiefe handelten; auch in solchen Situationen haben die Privatanleger das Nachsehen. Der Fortschritt in der Computer-Technologie ist also nicht per se positiv für ihn.

Es spricht aber einiges dafür, dass durch KI auch Privatanleger renditestärker, effizienter und preiswerter anlegen können. Unter anderem deshalb, weil IT-Innovation immer schneller auch für Endkunden nutzbar werden und die „Waffenungleichheit“ zwischen professionellen und Privatanlegern schrumpft.

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