Finanzdienstleister der nächsten Generation – eine Tagung in Frankfurt

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Bild: Frankfurt School Verlag

Wer sind die Finanzdienstleister der nächsten Generation (FdnG)? Was zeichnet sie aus? Wie wird man ein Finanzdienstleister der nächsten Generation? Darum ging es auf der Konferenz Finanzdienstleister der nächsten Generation in der Frankfurt School of Finance & Management, am 13.3.2013.

Referenten und Teilnehmer kamen nicht nur aus Bankenkreisen oder von verschiedenen Finanzdienstleistungsunternehmen. Auch Google, PayPal, Venture-Capital-Unternehmen wie Next Finance und natürlich eine Reihe von Startups zählten zu den Präsentatoren. Ebenfalls am Start: eine Riege von Software-Unternehmen. Indiz dafür, dass „Next Generation Finance“ vor allem ein technologiegetriebener Trend ist.

Auf vier Feldern spielt sich der Wettbewerb der FdnG nach Meinung des Beratungs- und Analysten-Unternehmens Core Institute ab:

  • Zahlungsprozesse
  • Asset-Management
  • Kreditprozesse (Stichwort Peer-to-Peer-Kredite)
  • Personal Finance Management (PFM = ein „Finanz-Cockpit“, das einen Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben, Konten und Depots gibt und verschiedene Analysen erlaubt; z.B. „Wie viel Geld gebe ich für meine Lebenshaltung aus?“)

PFM gehörte schon auf der Finovate in London zu den Schwerpunktthemen. Zum Status des PFM in Deutschland die Aussage des Geschäftsführers des Software-Hauses Elaxy, das eine PFM-Lösung für Banken anbietet: „Wir führen viele Gespräche, es gibt viel Enthusiasmus, aber mit dem Abschluss wird noch gezögert.“

Weil sich der Wettbewerb der Finanzdienstleister künftig auch darüber entscheidet, wer die besten Werkzeuge anbietet, überlegen sowohl Universal- als auch kleinere Spezialbanken, ihren Kunden PFM-Funktionen anzubieten bzw. neue Kunden damit anzuziehen. Wie auf allen vier Innovationsfeldern lassen sich auch hier noch „First-Mover“-Wettbewerbsvorteile sichern.

Quer zu den Innovationsfeldern stellt sich der Trend Mobile Banking, dessen Bedeutung dramatisch steigt, wie die von Google präsentierten Statistiken zeigen. Dafür müssen Banken neue Strategien finden – und die können nicht darin bestehen, einfach nur eine App zu entwickeln oder die Website mobilfähig zu machen. Vielmehr müsste überlegt werden, welche Banking-Prozesse Kunden wirklich mobil ausführen möchten und welche nicht, wie ingDIBA aus eigener Erfahrung empfiehlt.

Die teilnehmenden Finance-Startups bewegten sich hauptsächlich im Social-Media-Bereich. Wikifolio provozierte etwa mit dem Vortragstitel „Sind Vermögensberater bald überflüssig?“ und stellte sein Social-Trading-Geschäftsmodell vor. Es basiert darauf, dass „Laien-Investoren“ den Portfolios erfolgreicher Trader folgen können.

Abschließend ein Vergleich der beiden Finanzinnovationskonferenzen Finovate und Finanzdienstleister der Zukunft: Während die Finovate über die Spitze der technologischen Entwicklung informierte, klärte die Frankfurter Veranstaltung durch Vorträge und vor allem Diskussionen auf, wo die Branche denn derzeit tatsächlich steht.

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